Quarantäne statt Botnet - Wie Microsoft die Gefahr durch Botnets verringern will
Scott Charney, Vizepräsident von Microsoft Trustworthy Computing schlug auf der ISSE 2010 in Berlin vor, infizierte Rechner aus dem Internet zu isolieren. Das dient dem Zweck, Botnetze zu schwächen oder gar auszuradieren.
Im Bericht "Collective Defense - Applying Public Health Models to the Internet", wird die Parallele zum Gesundheitswesen gesucht - dort kämen infizierte Menschen ja quasi auch in Quarantäne, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.
Nach diesem Vorbild soll dies nun auf die Internetsicherheit übertragen werden. So fordert er von Regierungen und Wirtschaft, ähnlich mit betroffenen PCs zu verfahren.
Die Infektion feststellen - Den Anwender informieren - gemeinsam an einer Lösung arbeiten.
Rechner sollen eine Art "Gesundheitspass" vorweisen, sodass nur PCs mit gültigem Pass ins Internet dürfen.
Dieses Prinzip wird bereits teilweise in aktuellen windows-Versionen verfolgt, so entscheidet die Schutzkomponente "Network Access Protection" (kurz NAP), nachdem ein Rechner seinen Pass, ein "Health Certificate" vorgelegt hat, ob der Computer Zugang zum Netzwerk erhält oder nicht.
Diese Technik ist eigentlich für Firmennetzwerke gedacht, es stellt sich die Frage, ob und in welchem Ausmaß dies auf das gesamte Internet anwendbar ist.
Zudem kommen auch hier Datenschutzbedenken auf, schließlich werden bei einer solchen Prüfung auch persönliche Daten mitgeschickt.
Ein durchaus überdenkbarer Vorschlag, der jedoch in dieser Form wohl eher nicht durchsetzbar ist. Nach einer ordentlichen Überarbeitung könnte er aber durchaus zu einem entscheidenden Schlag gegen die Internetkriminalität werden.
Ganz neu ist dieser Vorschlag nun aber nicht. Schlielich ist seit diesem Jahr auch in Deutschland das Anti-Botnetz-Beratungszentrum tätig, das, vorrausgesetzt der Internet-Provider spielt mit, User deren Rechner höchstwahrscheinlich befallen ist, informiert und Lösungsvorschläge macht.
Und Deutschland ist damit nicht allein, in vielen weiteren Ländern gibt es bereits ähnliche Dienste.
In Kombination damit vielleicht der Anstoß, der die Cyberkriminalität endlich entscheidend ausbremst.